Was Gottesanbeterinnen fressen: Fütterungsratgeber für die Wohnung

Der komplette Ratgeber zur Fütterung von Gottesanbeterinnen in kleinen Wohnungen: geeignetes Futter, Fütterungsrhythmus, Gut-Loading und eine geruchsfreie Haltung.

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Krawlo Research Team
Krawlo Research Team
·8 min read
Was Gottesanbeterinnen fressen: Fütterungsratgeber für die Wohnung

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Wenn du in einer 600 Quadratfuß (ca. 56 m²) großen Wohnung mit einem strikten Haustierverbot lebst, könnte eine Gottesanbeterin das einzige "Haustier" sein, das dein Vermieter nie bemerkt. Sie lebt in einem Behälter, der kleiner als ein Schuhkarton ist, macht keinerlei Geräusche und verursacht fast keinen Abfallgeruch. Die eigentliche Frage ist nicht, ob du genug Platz hast, sondern was du in dieses winzige Terrarium setzen musst, damit deine Gottesanbeterin gesund bleibt.

Kurzantwort: Gottesanbeterinnen fressen lebende Insekten, die höchstens ungefähr so lang wie ihr eigener Körper sind – vor allem Fruchtfliegen als Nymphen sowie Grillen, Schaben oder Motten als ausgewachsene Tiere. Füttere Nymphen täglich oder jeden zweiten Tag und adulte Tiere 2- bis 3-mal pro Woche. Nicht gefressene Beutetiere sollten innerhalb von 24 Stunden entfernt werden, damit kein Geruch entsteht und die Gottesanbeterin nicht gestresst wird.

Was fressen Gottesanbeterinnen wirklich?

Gottesanbeterinnen sind reine Fleischfresser und nehmen ausschließlich lebende, sich bewegende Beute an. Pellets, Futtergel oder tote Insekten rühren sie nicht an, denn ihr Jagdtrieb wird durch Bewegung ausgelöst. Für Wohnungsbewohner, die sich wegen möglicher Gerüche sorgen, ist das eine gute Nachricht: Du musst kein fleisch- oder fischhaltiges Futter in deiner Küche lagern.

In freier Natur fressen Gottesanbeterinnen praktisch jedes Insekt, das höchstens so groß ist wie sie selbst [1]. In Gefangenschaft lässt sich das auf eine kurze, überschaubare Liste reduzieren.

Geeignete Futterinsekten nach Größe der Gottesanbeterin

  • Nymphen (frisch geschlüpft bis 1 Zoll/2,5 cm): Fruchtfliegen, frisch geschlüpfte Grillen, Springschwänze
  • Jungtiere (1–2 Zoll/2,5–5 cm): kleine Grillen, kleine Schaben wie junge Dubia-Schaben
  • Adulte Tiere (2–4+ Zoll/5–10+ cm): ausgewachsene Grillen, Dubia-Schaben, Motten, kleine Heuschrecken

Profi-Tipp: Verfüttere niemals Beutetiere, die länger als der Körper deiner Gottesanbeterin sind. Zu große Beute kann sie verletzen oder sogar töten – besonders während der Häutung, wenn ihr Außenskelett noch weich ist.

Fruchtfliegen oder Grillen: Welches Futter eignet sich besser für eine Wohnung?

Fruchtfliegenkulturen sind für die meisten Wohnungshalter die bessere Wahl, weil sie fast geruchlos sind und kaum Stellfläche benötigen. Grillen sind in größeren Mengen günstiger, können aber so laut zirpen, dass sie in hellhörigen Wohnungen oder bei neugierigen Nachbarn auffallen – genau das Gegenteil von dem, was man bei wenig Platz gebrauchen kann.

Beide Möglichkeiten funktionieren, lösen aber je nach Alter deiner Gottesanbeterin und deiner Wohnsituation unterschiedliche Probleme.

FuttertierGeräuschpegelGeruchPlatzbedarfAm besten geeignet fürEmpfehlung
FruchtfliegenKeinerSehr geringKleiner Becher oder kleines RöhrchenNymphen, ruhige WohnungenInsgesamt beste Wahl für Mieter
GrillenZirpen, teilweise lautMittel bei mangelnder ReinigungKleine BoxJungtiere/adulte TiereGut, Box aber abdecken
Dubia-SchabenKeinerSehr geringKleine BoxAdulte TiereBeste Wahl bei hoher Geruchsempfindlichkeit
Wachsmaden/MottenKeinerGeringKleiner BecherGelegentliche LeckereiSparsam verfüttern, sehr fettreich

Dubia-Schaben verdienen besondere Erwähnung. Sie sind lautlos, können an Glas nur schlecht hochklettern und entkommen deshalb selten. Außerdem entwickeln sie mit der Zeit deutlich weniger Geruch als Grillen [2].

Profi-Tipp: Falls dein Vermieter nach deinem Haustier fragt: Gottesanbeterinnen gelten üblicherweise als Wirbellose und fallen bei vielen Standardmietverträgen nicht unter das Verbot von "Tieren". Trotzdem solltest du den genauen Wortlaut deines Mietvertrags prüfen, bevor eine Gottesanbeterin bei dir einzieht.

Du hältst zum ersten Mal ein kleines exotisches Tier in einer Wohnung? Unser Ratgeber darüber, warum Königspythons die Nahrung verweigern, erklärt den Umgang mit wählerischen Fressern und hilft auch bei vielen anderen insektenfressenden Exoten.

Wie oft sollte man eine Gottesanbeterin füttern?

Der richtige Fütterungsrhythmus hängt fast vollständig von der Lebensphase deiner Gottesanbeterin ab. Nymphen haben einen schnellen Stoffwechsel und brauchen häufiger Futter als adulte Tiere – ähnlich wie ein wachsender Welpe öfter frisst als ein ausgewachsener Hund.

Überfütterung gehört tatsächlich zu den größten Risiken bei der Wohnungshaltung, denn bei einem kleinen, ruhigen Tier ist die Versuchung groß, öfter als nötig "nach dem Rechten zu sehen".

Fütterungsplan nach Alter

  1. Frisch geschlüpfte Nymphen: täglich Fruchtfliegen anbieten und Reste nach 24 Stunden entfernen
  2. Junge Gottesanbeterinnen (2–6 Wochen alt): alle 1–2 Tage mit passend großen Grillen füttern
  3. Adulte Gottesanbeterinnen: 2- bis 3-mal pro Woche füttern, jeweils ein bis zwei Beutetiere
  4. Trächtige, eitragende Weibchen: für zusätzliches Protein jeden zweiten Tag füttern

Eine Gottesanbeterin mit sichtbar rundem, gefülltem Hinterleib braucht in dieser Woche kein weiteres Futter. Ein oder zwei Tage zu warten, schadet ihr nicht. Überfütterung kann dagegen zum Hochwürgen der Nahrung führen oder Fruchtfliegen in deinen Wohnraum locken.

Gut-Loading: Der von Wohnungshaltern oft ausgelassene Schritt

Gut-Loading bedeutet, die Futterinsekten vor dem Verfüttern mit nährstoffreichem Futter zu versorgen. Dieser Schritt ist wichtig, weil die aufgenommenen Nährstoffe anschließend an deine Gottesanbeterin weitergegeben werden – im Grunde handelt es sich um eine Mahlzeit in zwei Etappen.

In kleinen Wohnungen wird dieser Schritt häufig ausgelassen, weil Halter keine zusätzlichen Futtermittel lagern möchten. Gut-Loading benötigt jedoch kaum Platz.

Einfaches Gut-Loading auf kleinem Raum

  • Bewahre für Grillen und Schaben einen kleinen Behälter mit Haferflocken, Karottenstreifen oder handelsüblichem Gut-Loading-Pulver auf
  • Fruchtfliegen können über dasselbe Nährmedium angereichert werden, in dem sie gezüchtet werden
  • Lagere das Gut-Loading-Futter in einem verschlossenen Behälter, damit es keine Vorratsschädlinge anzieht
  • Ein einziges kleines Glas reicht mehrere Wochen und nimmt selbst in einer Einzimmerküche kaum Platz weg

Häufiger Irrtum: "Gottesanbeterinnen brauchen einfach nur Käfer, also eignet sich jedes Insekt." Tatsache: Nährstoffarme oder mit Pestiziden belastete Futterinsekten können laut entomologischen Haltungsempfehlungen für Wirbellose Mangelerscheinungen oder Vergiftungen verursachen [3]. Kaufe Futtertiere immer bei einem seriösen Anbieter und sammle sie niemals draußen vor deiner Wohnung.

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Wasserversorgung ohne die von Vermietern gefürchteten Feuchtigkeitsschäden

Gottesanbeterinnen trinken nicht aus einem Wassernapf – sie nehmen Flüssigkeit über feine Sprühtröpfchen auf Blättern und Terrarienwänden auf. Für Wohnungshalter, die sich wegen durch Feuchtigkeit verzogener Böden oder Wände sorgen, ist das ein großer Vorteil. Gottesanbeterinnen benötigen deutlich weniger Luftfeuchtigkeit als beispielsweise Chamäleons.

Für die meisten Arten genügt ein- bis zweimal täglich ein leichter Sprühstoß. Du brauchst weder einen Luftbefeuchter noch ein bioaktives Terrarium, das die Luftfeuchtigkeit im gesamten Raum erhöht.

So sprühst du in einer kleinen Wohnung richtig

  1. Verwende eine Feinsprühflasche statt eines kräftigen, durchnässenden Sprühstrahls
  2. Besprühe die Terrarienwände und vorhandene Kunststoffpflanzen, nicht den Bodengrund
  3. Lass das Terrarium vor dem nächsten Sprühen weitgehend trocknen, damit sich kein Schimmel bildet
  4. Sprühe niemals direkt auf den Körper der Gottesanbeterin

Profi-Tipp: Eine einzige Feinsprühflasche von Amazon eignet sich sowohl für die Gottesanbeterin als auch für Zimmerpflanzen – ein Gegenstand weniger, der in einer kleinen Wohnung herumsteht.

Häufige Fütterungsfehler bei der Wohnungshaltung

Der häufigste Fehler besteht darin, Futterinsekten in großen Mengen zu kaufen, ohne ihre Unterbringung auf begrenztem Raum zu planen. Ein Paket mit 50 Grillen klingt praktisch, doch in einer Einzimmerwohnung sterben sie, riechen unangenehm und zirpen laut, bevor du sie alle verfüttern kannst.

Andere Fehler entstehen aus guten Absichten, die sich ins Gegenteil verkehren.

Darauf solltest du achten

  • Zu viele Futtertiere kaufen – bestelle lieber häufiger kleinere Mengen als eine einzige Großpackung
  • Tote Beutetiere im Terrarium lassen – sie sind die Hauptursache für Geruchsbeschwerden, nicht die Gottesanbeterin selbst
  • Mit Pestiziden belastete Insekten verwenden – fange niemals Wildinsekten in einem behandelten Innenhof oder Balkonkasten
  • Zu große Beute verfüttern – sie kann eine Gottesanbeterin während der Häutung verletzen und zu dauerhaftem Verlust von Gliedmaßen führen
  • Neue Futtertiere nicht in Quarantäne halten – Milben können über sie ins Terrarium gelangen und sich dort ausbreiten

Ein sauberes Terrarium löst die meisten dieser Probleme auf einmal. Nach allgemeinen Empfehlungen zur Haltung von Wirbellosen [4] verhindert das Entfernen nicht gefressener Beute innerhalb eines Tages nahezu alle Geruchsprobleme durch Gottesanbeterinnen in Wohnungen.

Du brauchst eine vollständige Einkaufsliste für deine erste Gottesanbeterin? Sieh dir zum Vergleich unsere weiteren Fütterungsratgeber für Tiere mit geringem Platzbedarf an, darunter unsere Empfehlungen für das beste Kornnatterfutter, und entdecke, wie pflegeleicht die Fütterung exotischer Tiere tatsächlich sein kann →

Was Gottesanbeterinnen niemals fressen sollten

Einige Futtermittel sind für Gottesanbeterinnen ausgesprochen gefährlich, auch wenn sie harmlos wirken. Mit Stand August 2026 warnen Haltergemeinschaften und entomologische Quellen übereinstimmend vor derselben kurzen Liste ungeeigneter Futtermittel.

  • Tote oder vorab getötete Insekten – Gottesanbeterinnen erkennen unbewegliche Beute nicht als Nahrung und können deshalb verhungern
  • Wild gefangene Insekten aus gespritzten Bereichen – Innenhöfe von Wohnanlagen und Balkongärten werden häufig mit Pestiziden behandelt
  • Große Käfer oder hartschalige Insekten – ihr Außenskelett kann die Mundwerkzeuge einer Gottesanbeterin verletzen
  • Fleisch, Obst oder menschliche Essensreste – Gottesanbeterinnen sind obligate Insektenfresser und können solche Nahrung nicht verdauen

Wenn du einen Vorrat anlegen möchtest, ist eine kleine Starterkultur mit Fruchtfliegen von Amazon sicherer und sauberer, als draußen selbst Insekten zu fangen.

Fazit

Die Fütterung einer Gottesanbeterin gehört tatsächlich zu den unkompliziertesten und saubersten Routinen, die bei der Haustierhaltung in einer Wohnung möglich sind. Bleibe bei passend großer, lebender Beute, füttere Nymphen täglich und adulte Tiere 2- bis 3-mal pro Woche und entferne Reste innerhalb von 24 Stunden, damit alles geruchsfrei bleibt. Mit ihrem winzigen Platzbedarf, der nahezu vollständigen Geräuschlosigkeit und dem geringen Konfliktpotenzial mit Vermietern passt eine Gottesanbeterin besser in kleine Wohnungen als fast jedes andere exotische Tier.

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Häufig gestellte Fragen

In den meisten Fällen ja: Gottesanbeterinnen sind Wirbellose und fallen normalerweise nicht unter übliche Haustierverbote, die sich auf Hunde, Katzen und andere klassische Haustiere beziehen. Prüfe trotzdem immer den genauen Wortlaut deines Mietvertrags oder frage direkt beim Vermieter nach, da die Regelungen je nach Immobilie unterschiedlich sind. Ihr Terrarium ist klein genug, um bei Bedarf unauffällig auf einem Regal oder Schreibtisch zu stehen.

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